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Pringle holt Gold – das WM Wrap-Up





Ein Bericht von Seppi Strohmeier / 26.6.2011:

Trotz einer kurzen Unwetterphase konnte die Weltmeisterschaft gut zu Ende gebracht werden. Sowohl die Nebenevents als auch der eigentliche Hauptwettkampf wurden in den vergangenen Tagen planmäßig durchgeführt und erreichten mit den Finalläufen am Samstag ihren großen Höhepunkt. Allen voran gehen Großbritannien und die USA als die erfolgreichsten Medaillennationen aus dem Event hervor, und der strahlendste Sieger von allen heißt James „Pringle“ Bebbington.



Nachdem Mitte der Woche beinahe das Wetter einen Strich durch die Rechnung der Organisation gemacht hätte, waren die Regenfälle nun doch schwächer als befürchtet, und die Freestyle Weltmeisterschaft in Plattling konnte fast planmäßig ihren Lauf nehmen. Lediglich im Programmablauf kam es zu wasserstandsbedingten Anpassungen. So wurden die Viertelfinale der Damen und Herren bereits auf Mittwochabend vorverlegt, um im Falle eines Hochwassers bereits wichtige Ergebnisse ermittelt zu haben.
 
Bei den Herren ging es darum, von den 25 qualifizierten Athleten die zehn besten für die Halbfinalrunde auszuwählen. Bei hereinbrechender Dunkelheit und Flutlichtbeleuchtung der Plattlinger Walze lockte der große Showdown beeindruckende Zuschauermengen zur Tribüne vor Ort und auch in den Live Stream der Online Übertragung ins Internet. Die Stimmung war entsprechend geladen und sorgte bei manchen Fahrern zu wahren Höchstleistungen und einem Feuerwerk an Highscore Figuren.
 
Vor allem Peter Csonka aus der Slowakei konnte zeigen, dass seine verpatzte Performance in der Vorrunde eher eine Aufwärmübung war. Mit ihm an der Spitze zogen nach fulminanten Läufen aber auch Simon Strohmeier und Martin Koll aus dem deutschen Team in die engere Auswahl.
 
Leider war für die beiden – wie auch für eine ganze Reihe anderer Titelaspiranten - aber dann am Donnerstag Schluss. Im harten Kampf um die begehrten 5 Finalplätze war absolute Tageshöchstform gefragt und so mussten auch Schwergewichte wie Rekordweltmeister Eric Jackson oder Dustin Urban ihren Hut nehmen und aus dem Wettbewerb aussteigen. Doch dies tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Abends wurde gemeinsam am Plattlinger Volksfest das Bierzelt gerockt und zu Schunkelmusik bis zur Sperrstunde auf den Bänken getanzt. Und am  Folgetag war Spaß auf den zahlreichen Nebenevents garantiert.
 
Den Höhepunkt der ganzen Weltmeisterschaft stellte natürlich das Finale am Samstag dar. Bei optimalem Wasserstand und trockenem Wetter zeigten die besten Kanu Akrobaten der Welt, was im Freestyle Sport zurzeit so alles möglich ist. Vor den Augen hunderter extra angereister Zuschauer, die sich auf der Tribüne und am Ufer säumten, wurden packende Läufe in einer Kategorie nach der anderen geboten.
 
Erfreuliches gibt es in der Klasse der C1 Kanadier zu berichten. Als einer von zwei im Wettbewerb verbliebenen Deutschen schaffte TEVA-Paddler Philipp Hitzigrath den Sprung aufs Treppchen. Mit einem fulminanten Finallauf voller Sprünge und Rotationen sicherte sich der sympathische Publikumsliebling Silber und damit die einzige Medaille fürs deutsche Team.
 
Besser machten es die Amerikaner und Engländer. Claire O'Hara aus Großbritannien holte sich sowohl in der Klasse Squirt als auch bei den K1 Damen Gold und verwies damit Titelaspirantin Emily Jackson aus den USA auf den zweiten Rang. Deren Bruder Dane startete gar in 4 Kategorien (Squirt, C1, OC1, K1 Junioren), in denen er allesamt Medaillen gewann – und darunter sogar drei Goldene bei den Squirter, im C1 und bei den Junioren. Hut ab, eine unglaubliche Leistung.
 
Grandios lief es aber auch bei James „Pringle“ Bebbington. Der Team TEVA Athlet verbrachte fast das ganze Frühjahr über in Plattling, um sich optimal auf den Wettkampf vorzubereiten. Und das zahlte sich aus: nachdem er im Halbfinale beinahe ausgeschieden wäre und sein erster Finallauf eher glanzlos war, hielt er seine Nerven im dritten Versuch unter Kontrolle. Der 23-jährige Brite, der regelmäßig in Uganda überwintert, änderte zum Finale seine psychische Vorbereitung. Mental aufgeputscht zauberte er im dritten und letzten Durchgang seinen bisher besten Run in die Walze. Mit einer Reihe von Highscore Moves – zu Beginn ein Entry Move, beidseitige McNasty’s und Phonix Monkeys, Loops, ein Space Godzilla und ein Lunar Orbit – alles sauber und mit viel Air ausgeführt – holte er im letzten Anlauf sagenhafte 1053 Punkte und damit die verdiente und lang ersehnte Goldmedaille. Herzlichen Glückwunsch und Hut ab zu dieser Leistung!
 
Die USA, Großbritannien und Spanien waren am Ende die erfolgreichsten Nationen dieser WM und holten 17 der insgesamt 24 Medaillen. Insgesamt nahmen 222 Athleten aus 26 Ländern an den Wettkämpfen in Plattling teil und verbrachten eine großartige Zeit im schönen Niederbayern. Ein derart hohes Leistungsniveau von so vielen hochrangigen Paddlern wird es wohl erst wieder bei der nächsten Freestyle Weltmeisterschaft am Nantahala, USA, in zwei Jahren geben. Die Vorfreude auf diesen Event ist jedenfalls jetzt schon groß.
 
Die gesamten WM 2011 Ergebnisse gibt’s hier

Pringle im Finale



Der WM-Spot



Warten auf den Lauf



Volle Zuschauerränge am Finaltag



Simon im Halbfinale



 



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